Naikan

Ein Weg zu sich selbst

Über manche Brücken zu gehen

erfordert Mut

 

Stille, Ruhe, innerer Frieden

Naikan verändert Ihre Sichtweise

Das eigene Leben betrachten

Naikan führt zu Glück, Freude und Dankbarkeit

Die Naikan-Methode

Naikan bedeutet Innenschau, oder innere Beobachtung und ist eine aus Japan  stammende Methode der Selbstreflexion. Naikan ermöglicht es, von einer einseitigen Sichtweise frei zu werden und sich von einer anderen Seite zu sehen.

Bewusst begibt man sich in die Stille, in einen meditativen Rahmen, um sich anhand des eigenen Lebensweges mittels Erinnerungen wieder und neu zu entdecken.

Eine Person (z.B. Mutter, Vater, Bruder, Schwester…) wird dabei für einen klar begrenzten Zeitraum (z.B. von 0 – 6 Jahren, 6 – 10 Jahren usw.) ins Zentrum der Betrachtung gestellt und so zum Spiegel für den/die Naikan-Übende/n selbst.

Drei Fragen dienen dabei als Kompass in die innere Welt:

• Was hat die Person, die ich betrachte, in diesem Zeitraum für mich getan?
• Was habe ich für diese Person getan?
• Welche Schwierigkeiten habe ich dieser Person bereitet?

Naikan ist eine Methode um…

• bewußt zu (er-)leben,
• Achtsamkeit zu entwickeln,
• sich frei zu machen, und
• neue Lebendigkeit zu verwirklichen.

Zum Naikan kommen Menschen die…

• einfach neugierig sind und sich besser kennenlernen wollen.
• aktuell Schwierigkeiten haben (Beziehungskrise, berufliche Herausforderung, Veränderungsprozess, …).
• ein Problem bewältigen wollen (Krankheit, Sucht, Trennung, Tod, …).
• sich Seinsfragen stellen und Spiritualität verwirklichen wollen.

 

„Jeder Mensch, egal welchen Alters, kann Naikan üben. Die Bereitschaft dafür
in sich zu spüren, das ist es was zählt. Die Naikan-Methode ist sehr einfach. Um mit
den Worten des Naikan-Begründers, Ishin Yoshimoto zu sprechen, kinderleicht!

Das klassische Naikan üben

Die klassische Naikan-Übung dauert sieben Tage. Im Naikan werden täglich etwa zwölf bis vierzehn Stunden, ungestört mit persönlicher Innenschau verbracht. Es finden somit innerhalb einer Woche etwa 100 Stunden persönlichkeitsbildender Prozesse und Erkenntnisarbeit statt.

Jeder Teilnehmer bekommt einen eigenen Platz zugewiesen, der optisch vom Gesamtraum abgeschirmt ist. So kann er sich reizreduziert den Aufgaben widmen. Es wird in selbstgewählter Haltung entspannt auf Polstern, Matten oder einem Stuhl gesessen.

Das Essen bekommen die Teilnehmer vom Naikan-Leiter in ihre Koje gereicht. Die Naikan-Übenden haben während der sieben Tage keinen Kontakt untereinander. Sie sprechen nur mit dem Naikan-Leiter. Um sich nicht abzulenken, wird in dieser Woche für gewöhnlich auch kein Kontakt nach außen (Freunde, Familie) gepflegt. Es gibt auch keine Telefonate oder Bücher und das Naikan-Zentrum ist medienfreie Zone.

Trotzdem wird es nie „langweilig“. Die eigene Lebensgeschichte ist doch der interessanteste, spannendste Film, der alles enthält damit wir lernen können. In diesem meditativen Rahmen, in der Zurückgezogenheit und der Stille, ist die Konzentration auf sich selbst möglich.

Nun bekommen die Naikan-Übenden die Aufgabe zugeteilt, sich ihre engsten Lebensbeziehungen anzusehen. Das Zusammenleben mit Mutter, Vater, Geschwistern, Partnern, Kindern, Freunden usw. wird in klar abgegrenzten Zeiträumen betrachtet. Sieht sich z.B. die Teilnehmerin die Elternbeziehung an, so wird mit der Mutter begonnen und der Zeitraum von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr betrachtet. Dann die Volksschulzeit usw. bis heute oder bis zum Tod der Mutter. Ein Betrachtungszeitraum dauert etwa sechzig bis neunzig Minuten.

Anschließend teilt man dem Naikan-Leiter die persönichen Erinnerungen mit. Dieses kurze Gespräch dauert ca. drei Minuten. Dann bedankt sich der Naikan-Leiter und die nächste Zeitperiode wird geprüft. So prüft man sich selbst eine Woche lang anhand der drei Fragen gegenüber Mutter, Vater usw. 

Am ersten Tag fällt es für gewöhnlich noch nicht so leicht, sich zu fokussieren und die Dinge, an die man sich erinnert, sind oberflächlich. Es ist nicht selten, dass man fürchtet, sich an nichts erinnern zu können. Man braucht Geduld mit sich – am dritten oder vierten Tag beginnt  man sich stufenweise an die feineren Dinge zu erinnern. Deswegen ist die Dauer von einer Woche für das klassische Naikan sinnvoll.

Die Rolle des Naikan-Leiters ist es, respektvoll und ruhig zuzuhören. Es wird kein Urteil und kein Kommentar über den Inhalt gegeben. Es wird beim Naikan niemals bewertet. Der Leiter gibt auch keinen Rat zu den jeweiligen Lebensthemen oder Problemen.

Das ist das Wesen des Naikans. Jede Erinnerung, jede Einsicht und jede Erkenntnis ist eine individuelle, aus der übenden Person heraus. Man hat es von niemandem gelernt, oder geraten bekommen. Es ist die eigene Erfahrung jedes Naikan Übenden.

Bilder der Erinnerung, die Sie schon lange nicht mehr gesehen oder noch nie wahrgenommen
haben, werden entstehen, manche bunt und scharf, andere mit Unschärfe und einfärbig.
Alles darf sein. Unbewertet dürfen Sie es zulassen, ansehen und spüren …